Leitfaden Kitzrettung

5 4 Liebe Mitglieder von SchwabenKitz e.V., liebe Freundinnen und Freunde der Rehkitzrettung, fünf bis sechs Monate alt sind jetzt die Jungtiere, die unser Verein im Frühsom- mer retten konnte. In dieser Zeit sind sie ordentlich ge- wachsen und haben hoffentlich kräftig an Gewicht zugelegt, so dass sie gut durch den anrückenden Winter kommen werden. Auch wenn Frost, karge Nah- rung, wildernde Hunde und Autoverkehr ihnen zusetzen, die gefährlichste Zeit ist überstanden: Mai und Juni. Weil sich die Setzzeit der Kitze mit der ersten Mahd der Landwirte überschnei- det, fallen die Jungtiere oft den Mähwer- ken zum Opfer. Trotz gründlicher Suche vor dem Mähen, werden viele überse- hen. Zu schwierig ist es sie zu entdecken, wenn sie sich im hohen Gras ducken. Außerdem wechseln sie ihre Liegeplät- ze täglich und der nächste befindet sich dann bis zu 200 Meter vom alten ent- fernt. Aus diesem Grund freue ich mich, dass unser Verein SchwabenKitz e.V. dank zahlreicher Spenden im Frühjahr drei Wärmebilddrohnen erwerben konnte, die die Rettung der Kitze, effektiver und leichter machen. Die Dringlichkeit dieses Tierschutzes hat auch das Bundesdesministerium für Er- nährung und Landwirtschaft anerkannt und im März dieses Jahres eine Förder- summe von drei Millionen Euro bereit- gestellt, mit dem pro Antragsteller 60 Prozent der Investitionskosten für bis zu zwei Drohnen mit maximal 4.000 Euro pro Drohne gefördert werden können. All das wäre aber nicht möglich, ohne die Drohnenpiloten und die vielen frei- willigen Helferinnen und Helfer, die in den frühesten Morgenstunden die Kitze bergen und retten – Ihnen gilt mein herz- licher Dank! Mit besten Grüßen Hermann Färber, MdB Vorsitzender Kreisbauernverband Göppingen (Gründungsmitglied Schwabenkitz) Liebe Leserinnen, lieber Leser, liebe Freunde von Natur und Wildtieren, für die Kreisjägervereinigung Göppin- gen e.V. ist die ehrenamtliche Arbeit von SchwabenKitz e.V. ein wichtiger und sehr effizienter Beitrag für die Hege unserer Wildtiere. In der erst kurzen Ein- satzzeit konnten schon erfreulich viele Kitze vor dem Mähtod gerettet werden. Für diese Arbeit gilt unser herzlicher Dank. Das besondere an SchwabenKitz e.V. ist neben dem ehrenamtlichen Engage- ment der gelungene Einsatz modernster Technik sowie die offene, konstruktive Zusammenarbeit von Jägern und Land- wirten. In den letzten Jahren hatten unsere Rehkitze kaum eine Chance gegen die modernen landwirtschaftlichen Mähge- räte. Der technische Fortschritt in der Landwirtschaft hat eine schnelle und großflächige Mahd ermöglicht, der vie- le Kitze nicht mehr entkommen konn- ten. Durch den Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras können Jäger und Landwirte nun gemeinsam unmittel- bar vor der Mahd sehr schnell und sehr gründlich auch große Flächen befliegen, Kitze auffinden und retten. Entscheidend für den Erfolg ist neben der Technik der gute Wille der Akteure. Immer mehr Jäger und Landwirte arbei- ten mit SchwabenKitz e.V. zusammen, was wir sehr begrüßen. In der guten Kooperation liegt der Schlüssel für den künftigen Erfolg. Dieser Kooperation und dem ehrenamtlichen Engagement von SchwabenKitz e.V. wünschen wir auch weiterhin viel Erfolg. Mit freundlichem Gruß und Waidmannsheil, Matthias Wittlinger Kreisjägermeister Jägervereinigung Göppingen

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