Leitfaden Kitzrettung

3 2 Leitfaden zur Kitzrettung mit der Wärmebilddrohne Einführung Abhängig vom Wetter werden die Rehkitze in den meisten Jahren kurz vor oder während der ersten Mahd der Wiesen im Frühjahr geboren. Die Kitze werden von ihren Müttern (in der Jägersprache Geißen oder Ricken genannt) zeitweise in den Wiesen abgelegt, um dann auf Nahrungssuche zu gehen. In den ersten Tagen nach der Geburt bleiben die Tiere bei Annäherung von Gefahr regungslos liegen und sind so für ihre natürlichen Feinde wie Fuchs und Habicht kaum zu entdecken. Auch sind sie geruchlos, können also nicht durch ihre Witterung gefunden werden. Bei der Erstmahd der Wiesen werden den Rehkitzen ihre Tarnung und ihr Verhalten bei Gefahr leider zum Verhängnis: Sie werden von den Landwirten nicht entdeckt und durch das Mähwerk verstümmelt oder sofort getötet. Die moderne Wärmebild- technik in Verbindung mit der Nutzung von Drohnen ermöglicht nun erstmals eine einfache und schnelle Suche der Tiere vor der Mahd. Die Wiesen werden mit Droh- nen vor der Mahd abgeflogen. Die Wärmebildkamera zeigt – einen ausreichenden Temperaturunterschied zwischen Boden (kalt) und Rehkitz (warm) vorausgesetzt – die Tiere an. Diese werden von Helfern mit Handschuhen in Obstkisten o.ä. gesetzt und aus der Wiese getragen. Nach der zeitnah erfolgenden Mahd durch den Land- wirt werden sie dann wieder freigesetzt. Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Jäger und Landwirte, Ihr gemeinsames Engagement für die Rehkitze zeigt auf ein Neues, dass Jagd und Landwirtschaft eng miteinander ver- woben sind. Wenn Jäger und Landwirte an einem Strang ziehen, können sie ge- meinsam mehr erreichen. Dieser Leitfa- den zeigt, dass dies zur Vermeidung von Tierleid, zur Hege und zur Gewinnung hygienischer Futtermittel notwendig ist. Daher freue ich mich, dass Schwaben- Kitz e.V. die Akteure zusammenbringt – und das mit großem Erfolg. Eine gute Kommunikation, Zusammen- arbeit und Rücksichtnahme zwischen den Beteiligten ist nicht nur zur Rettung von Rehkitzen notwendig. Ich bin si- cher, dass diese partnerschaftliche Zu- sammenarbeit auch zur Verhütung von Wildschäden und zur Verbesserung der Jagd beitragen kann. SchwabenKitz zeigt, dass durch bürger- schaftliches Engagement viel erreicht werden kann. Ich danke Ihnen daher, dass Sie Ihrer Verantwortung, Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren, in so vor- bildlicher Weise gerecht werden. Ich hoffe, dass Ihr Engagement lan- desweite Strahlkraft entfaltet und viele Nachahmer findet. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und wei- terhin gutes Gelingen. Ihr Peter Hauk MdL Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQxNTg=